Verbandsautonomie und Regelgeltung
Verbandsautonomie als Ausgangspunkt
Erklären können, was die Verbandsautonomie umfasst, wo ihre Grenzen liegen und warum sie die Grundlage jeder Safe-Sport-Regelsetzung im organisierten Sport ist.
Sportpyramide und Ein-Platz-Prinzip
Den Aufbau des organisierten Sports vom Verein bis zum DOSB beschreiben, das Ein-Platz-Prinzip erklären und einordnen können, warum die Monopolstruktur für Safe Sport bedeutsam ist.
Bindung kraft Mitgliedschaft
Erklären können, warum und in welchem Umfang die Satzung Mitglieder bindet, die Rangfrage zwischen Satzung und Ordnungen beurteilen und die Anforderungen an eine sanktionstaugliche Verankerung des Safe Sport Codes prüfen können.
Die mittelbare Mitgliedschaft: Reichweite und Grenzen der Bindung in der Verbandspyramide
Erklären können, welche Bindung aus der Zugehörigkeit zur Verbandspyramide folgt und wo ihre Grenzen liegen, Bindung und Sanktionsbefugnis auseinanderhalten, die drei Gestaltungen zur Herstellung einer tragfähigen Bindung unterscheiden und für einen konkreten Fall prüfen können, ob auf jeder Ebene eine Eingriffsnorm besteht.
Bindung kraft Unterwerfung
Die Instrumente der individualvertraglichen Unterwerfung unter den Safe Sport Code benennen, ihre Reichweite und Formanforderungen beurteilen und für eine konkrete Personengruppe den geeigneten Träger der Anerkennung auswählen können.
Dynamische Verweisungen
Statische und dynamische Verweisungen unterscheiden, den Meinungsstand zur Zulässigkeit dynamischer Satzungsverweisungen darstellen, die abweichende Lage bei vertraglicher Bindung erklären und Verweisungsklauseln auf Regelwerke fremder Regelsetzer rechtssicher gestalten können.
Fehlende Bindung: Rechtsfolgen und Ersatzinstrumente
Erkennen, welche Personengruppen typischerweise nicht an den Code gebunden sind, die Rechtsfolgen fehlender Bindung benennen und die Ersatzinstrumente — Hausrecht, Teilnahmebedingungen, freiwillige Anerkennung, staatliches Recht — rechtssicher einsetzen können.
Inhaltskontrolle und Grenzen der Regelsetzung
Die Kontrollmaßstäbe für verbandsautonome Regelwerke benennen, die Anforderungen an Bestimmtheit und Transparenz auf einen Verbands-Code anwenden, die rechtsstaatlichen Mindeststandards des Sanktionsverfahrens aufzählen und einen Code-Entwurf anhand dieses Rasters prüfen können.
Staatliche Kontrolle von Verbandsentscheidungen
Erklären können, dass und in welchem Umfang staatliche Gerichte Vereins- und Verbandssanktionen überprüfen, die erweiterte Kontrolldichte bei Monopolverbänden einordnen, die Möglichkeiten des einstweiligen Rechtsschutzes gegen Verbandsmaßnahmen beschreiben und die Folgen für Verfahrensführung und Dokumentation ableiten können.
Monopolstellung, Aufnahmezwang und kartellrechtliche Anforderungen
Erklären können, warum der monopolistische Verband anderen Maßstäben unterliegt als der einzelne Verein, die Grundzüge von Aufnahmezwang und kartellrechtlicher Missbrauchskontrolle darstellen und die Anforderungen bestimmt, transparent und diskriminierungsfrei als Qualitätsmaßstab auf einen Verbands-Code anwenden können.
Schiedsbindung: warum die Bindung an das Regelwerk nicht genügt
Begründen können, dass die Zuständigkeit eines echten Schiedsgerichts eine eigenständige Grundlage neben der Regelwerksbindung braucht, die Wege über Schiedsvereinbarung (§§ 1029, 1031 ZPO) und statutarische Schiedsklausel (§ 1066 ZPO) mit ihren Formanforderungen unterscheiden, den Stand der Freiwilligkeitsdebatte darstellen und die Konsequenzen für Athletenvereinbarung und Lizenz ableiten können.
Lizenzmodelle als Bindungsstrategie
Das Lizenzierungssystem als Alternative zur Satzungskaskade erklären, seine rechtliche Mechanik (Vertrag, dynamische Verweisung, Lizenzentzug) darstellen, Chancen und Administrationslasten gegenüberstellen und die offenen Fragen benennen können, die vor einer Einführung zu entscheiden sind.