Sanktionierung und Verfahren
Vereins- und Verbandsstrafgewalt: Grundlagen
Herleitung und Form der Disziplinargewalt kennen, die Bindung einer Person prüfen können und das Verhältnis zum staatlichen Strafverfahren einschließlich der Gestaltungsmöglichkeiten des Regelwerks einordnen.
Der Sanktionskatalog
Die Sanktionen des Safe Sport Codes systematisch überblicken, ihre Rahmenregeln (Dauer, Kumulation, Bewährung, Zumessung) anwenden und die Grenzfragen — lebenslange Sperren, Reichweite, organisationsübergreifende Durchsetzung, Sperrenregister — einordnen können.
Bestimmtheit und satzungsmäßige Grundlage
Die Anforderungen an Verbands-Straftatbestände und Zuständigkeitsregelungen — Satzungsvorbehalt, Bestimmtheit auf Tatbestands- und Rechtsfolgenseite, Verweisungstechnik — prüfen und die Musterklauseln zur Verankerung des Safe Sport Codes einsetzen können.
Verhältnismäßigkeit und Strafzumessung
Die Verhältnismäßigkeitsprüfung bei Safe-Sport-Sanktionen strukturiert durchführen, die Zumessungskriterien anwenden, die Grundrechtsrelevanz von Sanktionen gegen Lizenzinhaberinnen und Lizenzinhaber einordnen und die Grenzen dauerhafter Maßnahmen sowie die gerichtliche Billigkeitskontrolle einschätzen können.
Das Disziplinarverfahren nach dem Safe Sport Code
Die drei Stufen des Verfahrens nach dem Safe Sport Code — Untersuchungsverfahren, Disziplinarverfahren, Rechtsmittel — mit Zuständigkeiten und Rollen beschreiben, das Vetorecht der betroffenen Person und die Sofortmaßnahmen einordnen und die Regelungslücke bei den Verfahrenskosten benennen können.
Untersuchung und Beweis
Beweislast, Beweismaß und Beweismittel des Safe Sport Codes anwenden, die Anforderungen der Rechtsprechung an die verbandliche Tatsachenermittlung kennen, Aussage-gegen-Aussage-Konstellationen beweisrechtlich einordnen und die Verwertung von Erkenntnissen aus anderen Verfahren sowie die Grenze zwischen Tatnachweis und Verdachtsmaßnahme beurteilen können.
Rechte der Beschuldigten
Die Verfahrensrechte der beschuldigten Person nach dem Muster-Safe Sport Code systematisch benennen, die beiden Regelungslücken — Unschuldsvermutung als Begriff, Beistand und rechtliche Vertretung — einordnen und das Verbandsverfahren vom arbeitsrechtlichen Verfahren abgrenzen können.
Rechte der Betroffenen im Verfahren
Die Rechte der betroffenen Person im Verfahren nach dem Muster-Safe Sport Code benennen, obligatorische von fakultativen Rechten unterscheiden und einordnen können, dass diese Rechte in Abwägung mit den berechtigten Interessen der beschuldigten Person auszuüben sind.
Rechtsmittel und Instanzenzug
Voraussetzungen, Befugnis, Frist und Prüfungsumfang des Rechtsmittels nach dem Muster-Safe Sport Code benennen und das Verhältnis von Verbandsrechtsweg, Schiedsgericht und staatlichen Gerichten einschließlich der verfassungsrechtlichen Grenzen der Schiedsbindung einordnen können.
Verjährung und Altfälle
Die Verjährungsregeln des Safe Sport Codes (Frist, Beginn, Unterbrechung, Ruhen) anwenden, Rückwirkungsverbot und Tatzeit-Grundsatz auf Altfälle übertragen, die Fortgeltung der Disziplinargewalt nach dem Ende der Bindung beurteilen und das Verhältnis von Verjährung und Aufarbeitung einordnen können.
Das Schiedsverfahren in Safe-Sport-Sachen
Den gesetzlichen Rahmen des Schiedsverfahrens (§§ 1025 ff. ZPO) mit Wirkung und Kontrolle des Schiedsspruchs kennen, die Besetzungs- und Qualifikationsanforderungen an ein Schiedsgericht in Safe-Sport-Sachen prüfen können, das Spannungsverhältnis von Öffentlichkeitsgrundsatz und Beteiligtenschutz auflösen und das Schiedsverfahren von Verbandsgerichtsbarkeit und dem Rechtsweg zum Zentrum für Safe Sport (ZfSS) abgrenzen können.
Verfahrensgestaltung mit vulnerablen Beteiligten
Befragung und Verhandlung mit vulnerablen Beteiligten so gestalten können, dass Schutz und Sachaufklärung zusammen gelingen: die Instrumente des Safe Sport Codes in der konkreten Termingestaltung anwenden, die Besonderheiten bei Minderjährigen kennen und das Spannungsverhältnis zwischen Schutzmaßnahmen, Rechten der beschuldigten Person und effektivem Verfahren auflösen.
Entscheidung und Begründung
Die Anforderungen an Form, Aufbau und Begründung der Entscheidung des Disziplinarorgans kennen, die Beteiligtenrechte bei Erlass und Bekanntgabe berücksichtigen und einordnen können, wo die Umsetzung der Entscheidung — bei Nebenfolgen und in der Verbandspyramide — eine eigene Grundlage braucht.
Einstweiliger Rechtsschutz und Eilverfahren
Sofortmaßnahmen nach dem Safe Sport Code rechtssicher beantragen und erlassen können, die Interessenabwägung bei laufenden Ermittlungen strukturieren, die Voraussetzungen des staatlichen Eilrechtsschutzes gegen Verbandsmaßnahmen (§§ 935, 940 ZPO) kennen und das Verhältnis von Schiedsbindung, einstweiligem Rechtsschutz und dem Verfahren vor dem Zentrum für Safe Sport (ZfSS) einordnen können.
Mediation und einvernehmliche Erledigung
Die einvernehmlichen Erledigungsformen des Safe Sport Codes — insbesondere das Ausgleichsgespräch nach Art. 10.4 — kennen, Einsatzfelder und Grenzen mediativer Verfahren in Safe-Sport-Sachen einschätzen und die Abgrenzung zur Sanktion sicher ziehen können: Eine Verständigung ersetzt die Sanktion nicht.